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Die Bibliothek

Die Bibliothek der Provinzialloge von Niedersachsen

7 Jahre nach der Gründung der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland (FO) wurde im Jahre 1777 die Provinzialloge von Niedersachsen installiert. Seit etwa 1790 sammelten sich in den Begegnungsstätten von Freimaurern der niedersächsischen Provinz wahllos religiöse, philosophische, theologische und nach und nach maurerische Bücher und Schriften an. Vielfach handelte es sich um Schenkungen und Nachlässe von Logenmitgliedern, Adlige spendeten wertvolle Schriften aus ihrem Privatbesitz.

Etwa um 1840 datieren die Anfänge einer Büchersammlung in der Provizialloge von Niedersachsen in Hamburg, und ab 1847 werden regelmäßige Bibliotheksabende in der Provinzialgeschichte erwähnt. Ein erster Katalog der Bestände soll 1857 erstellt worden sein. Er enthielt 713 Werke, die in elf Sachgebiete gegliedert waren. In den folgenden Jahren fanden geordnete Ausleihen statt, die Zuwendungen neuer Titel aus der Provinz nahmen zu, und für Neukäufe stellte die Provinzialloge die ersten finanziellen Mittel zur Verfügung.


Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich Bestände von ca. 2.000 Werken und dazu seit 1872 die Hefte der "Zirkelkorrespondenz" angesammelt. Seit 1893 stellte die Provinzialloge für die Bücherei jährlich 300,-- Mk bereit, um Neuanschaffungen davon zu bestreiten. Es wurde eine Bibliotheksordnung aufgestellt, die am 31.Mai 1895 von der Quartalsversammlung genehmigt worden ist.

Mit dem Einzug in das heutige Logenhaus an der Moorweide im Oktober 1909 wurden dann auch die räumlichen Voraussetzungen zur geschlossenen Unterbringung der Bücher und Schriftensammlung geschaffen. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch ein in mehreren Jahren vorbereiteter Katalog, der 2.939 registrierte Werke enthält und heute noch im Bücherbestand der Provinzialbibliothek existiert (nur der Katalog).

In den Jahren unmittelbar vor und nach dem ersten Weltkrieg erlebte die Freimaurerei in Deutschland bekanntlich eine außerordentliche Blüte mit ständig anwachsenden Mitgliederzahlen. Der Wachstumstrend erreichte seinen absoluten Höhepunkt etwa 1932/33, und der Bücher- und Schrifttumsbestand der Provinzialbibliothek muß im Auflösungsjahr der Freimaurerei durch die Nationalsozialisten im Jahre 1935 bei 6 bis 7.000 Werken gelegen haben, die leider die Staats- und Universitätsbibliothek in Hamburg nicht übernommen hat. So ist ein fast totaler Verlust der gesamten Bücherei in der Zeit des "Dritten Reiches" zu beklagen.

Für das geistige Leben der Provinzialloge von Niedersachsen war in den Nachkriegsjahren die Wiederbeschaffung freimaurerischer Literatur und die Einrichtung einer zeitweise den Brüdern geöffneten Bibliothek ein dringliches Anliegen. Bereits im Jahre 1946 hatte man alle von Logenmitgliedern versteckte und dadurch gerettete Bücherbestände in das Logenhaus verbracht, mußte aber zwischenzeitlich nochmals auslagern, weil das Haus durch die Militärregierung beschlagnahmt wurde. Nach der endgültigen Freigabe des Logenhauses bildeten ab 1949 dann etwa 900 bis 1.000 Bücher und Schriften den Grundstock für die neu aufzubauende Provinzialbibliothek.

Bis in die 1960-er Jahre haben dann zwei fleißige Brüder unseres Hauses eine neue Bibliotheksordnung hergestellt und ein neues Bücherverzeichnis herausgegeben, das inzwischen aber bereits überholt ist und später keine Such- und Findhilfe mehr bot. Anfang der 1970-er Jahre wurde eine Kartei der Buchbestände alphabetisch nach Titeln und nach Fachgebieten angelegt, die später als gute Vorlage zu einer EDV-mäßigen Erfassung der Bestände genutzt werden konnte.

Bis 1992 war der Buchbestand auf ca. 2.500 Werktitel angewachsen und in der Folgezeit sind noch über 1.500 Titel dazugekommen, die aus Beständen einzelner Johannis- und Andreaslogen unseres Hauses der Provinzialbibliothek überlassen wurden und noch zur dateimäßigen Erfassung aufbereitet werden mussten. Darüberhinaus existiert noch eine Reihe älterer Periodika, die zum Teil schon archivarischen Charakter haben und nicht mehr in den ausleihrelevanten neuen Dateibestand übernommen zu werden brauchten.